Ein Herz für ein Herz

Ein Herz für ein Herz

Ein Herz für ein Herz

# Aktuelles aus Dillenburg (Kernstadt)

Ein Herz für ein Herz

„Der Herzgrabstein in der Dillenburger Stadtkirche ist”, so Frau Dr. Susanne Kern, Arbeitsstellenleiterin der Forschungsstelle Mainz für Deutschen Inschriften, „ein wahres Kleinod”. Zwar sei das gesonderte Begräbnis des Herzens beim Hochadel im Mittelalter verbreitet gewesen, aber solche körpergroßen Platten zur Kennzeichnung des Bestattungsortes seien eher selten.

Dr. Kern untersuchte den Stein im März 2023 zu seinen Inschriften und hat bestätigt, was schon der Ev. Kirchengemeinde in Dillenburg schon immer klar war: Er ist etwas ganz Besonderes, das es zu bewahren gilt!

Die über 550 Jahre alte, reich verzierte Platte bedeckte einst das Herzgrab des Grafen Johann IV. von Nassau-Dillenburg. Der Graf verfügte zu Lebzeiten, dass sein Herz in der Heimat in Dillenburg bestattet werden sollte. Zunächst platziert in der Nikolaikirche, der ehemaligen Pfarrkirche Dillenburgs, deren Ruinen in der Rolfestraße stehen, wurde der Stein nach 1490 in die heutige Stadtkirche transferiert.

Die Inschrift teilt mit, dass das Herz in einer sogenannten „Tumba”, einem freistehenden, kastenartigen Grabmal, bestattet wurde, vermutlich eingebettet in ein kleines Behältnis. Die Schrift beginnt rechts oben, verläuft dann gegen den Uhrzeigersinn und belegt dadurch auch, dass es sich nicht um eine Grabplatte, die plan im Boden lag, sondern um die Deckplatte einer gemauerten Tumba handelte, die an die Wand gerückt war.

Restaurierung notwendig

Der Zahn der Zeit und Feuchtigkeit in den Wänden haben dem Stein sehr zugesetzt. Eine Restaurierung darf nicht mehr verzögert werden. Im Zuge der Fürstengruftsanierung in den letzten Monaten sind bereits Trockenlegungsmaßnahmen im Umfeld der Platte durchgeführt worden. Nun geht es an die Versorgung des Steines selbst. Er muss an einigen Stellen so behandelt werden, dass er stabil bleibt. Dabei wird auch entschieden, ob er in seinem jetzigen Zustand erhalten bleibt oder z.T. auch erneuert wird. Restauratoren haben zu diesem Thema unterschiedliche Auffassungen, denn auch Zeichen des Alters haben ihre Daseinsberechtigung. Es ist ein spannendes Unterfangen, zu dem sich eine ehrenamtliche Gruppe gebildet hat, die das Projekt organisatorisch und inhaltlich begleitet.

Die Restaurierung wird ein längerer Prozess werden, denn der Stein muss nach der Trockenlegung des Umfeldes zunächst weiter untersucht und beobachtet werden. Erst dann kann das weitere Verfahren der Restaurierung bestimmt werden. All das kostet Geld. Die Landeskirche bezuschusst das Projekt, doch das wir nicht reichen.

Spendenaktionen starten

Freundinnen und Freunde der historischen Stadtkirche in Dillenburg, Gemeindemitglieder und Kunst- und Kulturinteressierte der Region wollen ein einzigartiges historisches Kunstwerk in der Ev. Stadtkirche erhalten. Somit wird es nun einige Aktionen geben, um für diesen jahrhundertejahre alten Stein zu sorgen – darunter auch eine Crowdfunding-Aktion der ehrenamtlichen Herzstein-Gruppe gemeinsam mit der Volksbank-Lahn-Dill eG, die seit Mitte Oktober online ist. Die Spendenplattform „Viele schaffen mehr” ermöglicht es zu spenden und gleichzeitig auch einen Projekt-Zuschuss der Bank zu erhalten. Alle Infos zum Projekt gibt es unter folgendem Link: https://www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/ein-herz-fuer-ein-herz

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